Harninkontinenz nach radikaler Prostatektomie beim Prostatakarzinom – aktuelle Daten von 17.149 Patienten aus 125 zertifizierten Zentren

HintergrundHarninkontinenz ist neben Störungen der erektilen Funktionsfähigkeit die häufigste Funktionseinschränkung nach radikaler Prostatektomie (RPE) beim Prostatakarzinom (PCa). Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt, Patienten über mögliche Auswirkungen der Therapieoptionen zu informieren (darunte...

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Published inUrologe. Ausgabe A Vol. 63; no. 1; pp. 67 - 74
Main Authors Kowalski, Christoph, Sibert, Nora Tabea, Hammerer, Peter, Wesselmann, Simone, Feick, Günter, Carl, Ernst-Günther, Klotz, Theodor, Apel, Hendrik, Dieng, Sebastian, Nyarangi-Dix, Joanne, Knoll, Thomas, Reike, Moritz Johannes, Duwe, Gregor, Bartolf, Elisabeth, Steiner, Thomas, Borowitz, Rainer, Lümmen, Gerd, Seitz, Anna Katharina, Pfitzenmaier, Jesco, Aziz, Atiqullah, Brock, Marko, Berger, Frank Peter, Kaftan, Björn Theodor, Grube, Christian, Häfner, Tim, Hamza, Amir, Schmelz, Hans, Haas, Jürgen, Lenart, Sebastian, Lafita, Anselm, Sippel, Carsten, Winter, Alexander, Kedia, George, Hadaschik, Boris, Varga, Zoltan, Buse, Stephan, Richter, Matthias, Distler, Florian, Simon, Jörg, Wiegel, Thomas, Baltes, Stefan, Janitzky, Andreas, Sommer, Jens Peter, Hijazi, Sameh, Fülkell, Philipp, Harke, Nina N., Bolenz, Christian, Khalil, Christian, Breidenbach, Clara, Tennstedt, Pierre, Burchardt, Martin
Format Journal Article
LanguageGerman
Published Heidelberg Springer Nature B.V 01.01.2024
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Summary:HintergrundHarninkontinenz ist neben Störungen der erektilen Funktionsfähigkeit die häufigste Funktionseinschränkung nach radikaler Prostatektomie (RPE) beim Prostatakarzinom (PCa). Die deutsche S3-Leitlinie empfiehlt, Patienten über mögliche Auswirkungen der Therapieoptionen zu informieren (darunter die Inkontinenz). Allerdings liegen bislang nur ungenaue Daten zur Kontinenz aus der Routineversorgung im deutschsprachigen Raum nach RPE vor, was die Information der Patienten erschwert.Ziel der ArbeitZiel dieser Arbeit ist es, Daten zur Häufigkeit und Ausprägung der Harninkontinenz nach RPE aus der Routineversorgung vorzustellen.Material und MethodenGenutzt werden Angaben aus der PCO (Prostate Cancer Outcomes)-Studie, die zwischen 2016 und 2022 in 125 von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Prostatakrebszentren bei 17.149 Patienten mittels Expanded Prostate Cancer Index Composite Short Form (EPIC-26) erhoben wurden. Berichtet werden Veränderungen im Score „Inkontinenz“ vor (T0) und 12 Monate nach RPE (T1) und die Anteile der Patienten, die Einlagen nutzten („pad use“), stratifiziert nach Alter und Risikogruppe.ErgebnisseDer Durchschnitt des Scores Harninkontinenz (Wertebereich: 0 – schlechtestmöglich bis 100 – bestmöglich) betrug zu T0 93, 12 Monate später 73 Punkte. 97 % der Patienten nutzten zu T0 keine Einlage, zu T1 waren dies noch 56 %. 43 % der Patienten, die vor der Operation keine Einlage nutzten, nutzten 12 Monate später mindestens eine Einlage am Tag, 13 % nutzen ≥ 2 Einlagen. Der Anteil der Patienten, die Einlagen verwenden, unterscheidet sich erheblich nach Alter und Risikoklassifikation.SchlussfolgerungDie Ergebnisse geben umfassend Einblick in das funktionale Ergebnis 12 Monate nach RPE und können bei der Aufklärung von Patienten berücksichtigt werden.Graphic abstract
ISSN:2731-7064
0340-2592
2731-7072
1433-0563
DOI:10.1007/s00120-023-02197-z